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Mehrfach-Modus und Tombola: Wann ziehst du mit, wann ohne Wiederholung?

Beim Namens Picker stellt sich immer dieselbe Frage: Soll ein Name nach der Ziehung wieder im Topf landen oder nicht? Wir gehen drei typische Situationen durch und erklären, wann welcher Modus Sinn ergibt.

7 Min Lesezeit 1.639 Wörter 5 FAQs
Mateusz Viola
Mateusz ViolaBetreiber & Zufalls-Tüftler
Geprüft am

Wenn du beim Namens Picker eine Liste eingibst und Namen ziehen lässt, stehst du vor einer Entscheidung, die manchmal nicht auf den ersten Blick klar ist: Soll der gleiche Name mehrfach gezogen werden können oder nicht? Im Tool nennen wir das “mit Wiederholung” und “ohne Wiederholung”, in der Statistik heißt das “Ziehen mit Zurücklegen” und “Ziehen ohne Zurücklegen”. Beide Modi sind richtig, aber für unterschiedliche Situationen. Wer den falschen Modus wählt, bekommt entweder verzerrte oder gar nicht das, was er eigentlich wollte. Wir gehen drei typische Szenarien durch.

Szenario 1: Vereinsfest mit Tombola

Stell dir ein Sommerfest in einem kleinen Sportverein vor. Es gibt eine Tombola, bei der die Mitglieder Lose für je einen Euro kaufen können. Die Spieleinnahmen fließen zur Hälfte an die Jugendarbeit, die andere Hälfte deckt die Preise.

Insgesamt werden 200 Lose verkauft. Manche Familien haben 20 Lose gekauft, andere nur eins. Der Vorsitzende will am Ende einen Hauptpreis verlosen, einen Wochenend-Aufenthalt in einer Ferienhütte. Er hat die Wahl: die Lose physisch in eine Trommel werfen und mechanisch ziehen, oder den Namens Picker nutzen und die Namen der Loseigentümer entsprechend ihrer Loszahl mehrfach in die Liste eintragen.

Wenn er den Picker nutzt, muss die Liste 200 Einträge haben. Familie Müller mit 20 Losen taucht 20 Mal auf, Familie Schmidt mit einem Los nur einmal. Er zieht einen Gewinner. Hier ist der Modus “mit Wiederholung” gefragt, weil jedes Los gleichberechtigt im Topf liegt und es theoretisch möglich wäre, denselben Namen zweimal zu ziehen (wenn er einen Trostpreis vergeben würde). Aber praktisch zieht er nur einen Hauptgewinner, also ist die Modus-Wahl in diesem Einzelfall irrelevant. Die Verteilung der Lose ist das Wichtige.

Wenn er zusätzlich drei Trostpreise vergibt und sagt, eine Familie kann beides gewinnen (Haupt und Trost), zieht er weiter mit Wiederholung. Will er, dass die Hauptgewinner-Familie keinen Trostpreis mehr bekommt, zieht er ohne Wiederholung für die Trostpreise (oder nimmt den Hauptgewinner aus der Liste).

Szenario 2: Schulklasse - wer trägt das Referat?

Eine Lehrerin hat 25 Schüler. Im Bio-Unterricht stehen fünf Referatsthemen an: Bienen, Korallen, Wölfe, Pilze, Photosynthese. Jeder Schüler soll genau ein Thema bekommen, jedes Thema soll genau einmal vergeben werden. Eine Frage der Reihenfolge.

Die Lehrerin tippt 25 Namen in den Namens Picker und zieht fünf. Modus “ohne Wiederholung” ist hier die Pflichtwahl. Sie will fünf verschiedene Schüler, kein Schüler soll zweimal gezogen werden. Die fünf werden den Themen in der gezogenen Reihenfolge zugeordnet: erster gezogener Name bekommt Bienen, zweiter Korallen und so weiter.

Wenn sie versehentlich “mit Wiederholung” eingestellt hätte, könnte derselbe Schüler zwei Referate bekommen, was niemand will. Der Modus “ohne Wiederholung” garantiert, dass jeder Eintrag in der Liste maximal einmal in der Ergebnisliste landet.

Mit Wiederholung (Tombola) Pool mit 5 Losen Anna Ben Anna Clara Anna Drei Ziehungen Anna Clara Anna Doppel möglich Ohne Wiederholung (Gewinner-Auslosung) Pool mit 5 Namen Anna Ben Clara David Emma Drei Ziehungen Clara Emma Anna Jeder Name nur einmal
Links die Tombola-Logik mit Mehrfach-Losen, rechts die klassische Gewinner-Auslosung ohne Wiederholung.

Szenario 3: Wichteln im Büro

Acht Kollegen wollen sich an Weihnachten gegenseitig beschenken. Jeder zieht den Namen eines anderen Kollegen, dem er ein kleines Geschenk besorgt. Jeder soll genau einen Namen ziehen, jeder soll genau einmal beschenkt werden. Niemand soll sich selbst ziehen.

Das klassische Wichteln ist mathematisch ein Sonderfall: eine zufällige Permutation ohne Fixpunkte (also ohne dass jemand sich selbst zieht). Mit dem Namens Picker lässt sich das in zwei Schritten machen. Erstens: Liste mit allen acht Namen eingeben, alle ziehen lassen, also acht Plätze ohne Wiederholung. Das gibt eine zufällige Reihenfolge.

Zweitens: Die Original-Liste mit der gezogenen Liste vergleichen. Wenn an einer Position derselbe Name steht (jemand würde sich selbst beschenken), ist die Ziehung ungültig und du machst sie neu. Statistisch passiert das bei acht Personen in etwa 37 Prozent der Fälle, du brauchst also im Schnitt eineinhalb Versuche.

Theoretisch könnte man den Algorithmus so verbessern, dass Fixpunkte vermieden werden, indem man die Liste rotiert. Das wäre aber kein echter Zufall mehr, weil bestimmte Paarungen ausgeschlossen werden. Wir bleiben beim sauberen Zufall plus Wiederholung bei Fixpunkten. Modus: ohne Wiederholung.

Wichtige Frage: Bist du im Glücksspielrecht?

Sobald deine Verlosung mit Einsatz und Gewinn zu tun hat, ist die juristische Lage eine andere als bei reiner Spaß-Auslosung. Glücksspiel im Sinne des § 3 GlüStV liegt vor, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: ein Spielangebot, ein Einsatz mit Vermögensbezug, und die Entscheidung hängt überwiegend vom Zufall ab.

Beim Vereinsfest mit Losverkauf für je einen Euro hast du alle drei Punkte: Spielangebot (die Tombola), Einsatz (der Euro), Zufalls-Abhängigkeit (die Ziehung). Damit bist du im Glücksspielrecht. Es gibt aber Ausnahmen: kleine Vereinslotterien fallen unter eine vereinfachte Genehmigung (sogenannte Bagatell-Lotterien), die je nach Bundesland und Höhe der Ausschüttung anders geregelt sind. Wer mehr als ein kleines Vereinsfest plant, sollte sich beim Landesinnenministerium erkundigen.

Bei einer reinen Spaß-Auslosung ohne Einsatz, etwa “wer macht heute den Abwasch”, ist das alles irrelevant. Du verlost nichts, niemand zahlt etwas, die Konsequenzen sind übersichtlich. Mehr dazu im Ratgeber Gewinnspiel vs Glücksspiel.

Praktische Tipps für saubere Auslosungen

Egal welchen Modus du wählst, ein paar Dinge helfen, die Ziehung sauber zu halten. Erstens: Dokumentiere die Teilnehmerliste vor der Ziehung. Screenshot, Ausdruck, irgendetwas. Zweitens: Mach die Ziehung möglichst transparent. Wenn die Beteiligten die Ziehung live miterleben, gibt es keine Diskussionen. Drittens: Lege vorher fest, wie viele Gewinner gezogen werden und ob Doppel möglich sind. Wenn du das im Nachhinein änderst, fühlt sich das nach Manipulation an.

Bei Instagram-Verlosungen ist die saubere Dokumentation besonders wichtig, weil hier viele Augen drauf sind. Comment-Picker-Tools übernehmen das automatisch und liefern einen Screenshot der gesammelten Kommentare plus den gezogenen Gewinner. Wer das selbst mit dem Namens Picker macht, sollte den gleichen Standard anlegen: Liste vorab dokumentieren, Ziehung sichtbar machen, Ergebnis posten.

Hybrid-Strategien für komplexe Verlosungen

Bei größeren Verlosungen mit mehreren Preisstufen können Hybrid-Strategien sinnvoll sein. Ein typisches Beispiel: eine Firma vergibt einen Hauptpreis (Reise), drei Trostpreise (Bücher), und 20 Bonus-Codes für einen Online-Service.

Vorgehensweise: erst Hauptpreis ohne Wiederholung aus der Gesamt-Liste ziehen. Dann den Hauptgewinner aus dem Topf nehmen (manuell, nicht durch den Picker). Dann drei Trostpreise ohne Wiederholung aus der reduzierten Liste. Wieder die drei aus dem Topf nehmen. Schließlich die 20 Bonus-Codes mit Wiederholung, weil hier mehrere für eine Person akzeptabel sind, wenn die Liste nicht groß genug ist.

Was du dabei vermeidest: dass die gleichen Personen mehrfach große Preise gewinnen, was die Auslosung unfair erscheinen lassen würde. Was du erreichst: jede Person hat eine faire Chance auf den passenden Preis-Tier.

Wer es spielerisch macht, dokumentiert die Reihenfolge der Ziehungen in einer Story und erzeugt damit zusätzliches Engagement bei den Teilnehmern. Jeder will sehen, wer was bekommt.

Wie Mathematik dabei hilft

Die Wahl zwischen mit und ohne Wiederholung ist letztlich eine Wahrscheinlichkeits-Frage. Ein kleines Rechenbeispiel zur Veranschaulichung.

Bei einer Tombola mit 200 Losen, von denen Familie Müller 20 hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Familie Müller den Hauptpreis gewinnt, 20 zu 200, also 10 Prozent. Bei der ersten Ziehung ohne Wiederholung. Wenn jetzt mit Wiederholung gezogen wird und drei Trostpreise zusätzlich vergeben werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Familie Müller mindestens einen der vier Preise gewinnt, nach der Komplementärwahrscheinlichkeit: 1 minus (0.9 hoch 4) ist etwa 34 Prozent. Also über ein Drittel Chance auf irgendeinen Preis.

Bei der gleichen Tombola ohne Wiederholung sind die Chancen ähnlich, aber leicht abweichend, weil nach jeder Ziehung die Lose dieser Familie aus dem Topf genommen werden. Der Unterschied ist statistisch klein und für die Praxis meist irrelevant. Wichtig ist nur, dass du eine Methode wählst und bei ihr bleibst.

Bei der Schulklassen-Auslosung mit 25 Schülern und 5 zu ziehenden Plätzen ist ohne Wiederholung die einzig sinnvolle Wahl: 5 zu 25 (also 20 Prozent) Chance für jeden einzelnen Schüler, einer der fünf zu sein. Das ist intuitiv fair und für die Schüler nachvollziehbar.

Was hängenbleibt

Ohne Wiederholung ist der Standard für Gewinner-Auslosungen, bei denen jede Person maximal einmal gewinnen soll. Mit Wiederholung ist der Tombola-Modus, bei dem Lose und nicht Personen gezählt werden, also Mehrfach-Treffer mathematisch möglich sind. Für Schulklassen, Wichteln und kleine Mitarbeiter-Verlosungen ist ohne Wiederholung fast immer richtig. Für klassische Tombola mit unterschiedlicher Loszahl ist mit Wiederholung der korrekte Modus, du musst nur die Namen entsprechend mehrfach in die Liste eintragen. Wer Einsatz und Gewinn vergibt, sollte zusätzlich schauen, ob er im Glücksspielrecht landet, weil das eine eigene Regel-Welt ist.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen mit und ohne Wiederholung?

Ohne Wiederholung heißt: Jeder Name kann nur einmal gezogen werden. Hast du eine Liste von 20 Namen und ziehst 5 Gewinner, sind das 5 unterschiedliche Personen. Mit Wiederholung heißt: Nach jeder Ziehung kommt der Name zurück in den Topf, kann also theoretisch nochmal gezogen werden. Das ist sinnvoll, wenn du die Reihenfolge ermitteln willst, in der Personen drankommen, und Mehrfachnennungen ok sind. Oder bei Tombola-Stil-Ziehungen, wo nicht der Name, sondern die Lose entscheiden und eine Person mehrere Lose haben kann.

Wann nutze ich den Modus ohne Wiederholung?

Bei klassischen Gewinner-Auslosungen, wo jede Person nur einmal gewinnen soll. Beispiele: Du verlost drei Eintrittskarten unter zehn Mitarbeitern, jeder soll maximal eine Karte bekommen. Oder du musst aus 25 Schülern fünf für ein Schulprojekt auswählen, jeder darf nur einmal kommen. Auch beim Wichteln: jeder beschenkt genau eine Person und wird von genau einer Person beschenkt. Ohne Wiederholung ist die Standard-Wahl, wenn jedes Element der Liste gleich behandelt wird und die Auswahl eindeutig sein soll.

Wann nutze ich den Modus mit Wiederholung?

Bei Reihenfolge-Bestimmungen oder Tombola-Stil-Ziehungen. Beispiel: Ein Vereinsfest verkauft 100 Lose, drei Personen haben fünf Lose, der Rest jeweils eines. Das heißt, manche Namen kommen mehrfach in deiner Liste vor. Du ziehst dann mit Wiederholung, weil jedes Los gleichberechtigt im Topf liegt und es theoretisch möglich ist, dass dieselbe Person zweimal gewinnt. Das ist der mathematisch korrekte Tombola-Modus. Ohne Wiederholung würdest du nach einer Ziehung alle Lose dieser Person aus dem Topf nehmen, was nicht der Idee einer Lostrommel entspricht.

Wie verändert die Wahl des Modus die Gewinnchancen?

Ohne Wiederholung verändern sich die Chancen mit jeder Ziehung. Bei 20 Namen und der ersten Ziehung hat jeder eine 1-zu-20-Chance. Nach der ersten Ziehung sind nur noch 19 Namen im Topf, also 1-zu-19. So gehst du runter, bis alle Plätze besetzt sind. Mit Wiederholung bleibt die Chance konstant bei 1-zu-20 für jede einzelne Ziehung. Das ist mathematisch sauber, aber kann zu Wiederholungen führen, was bei manchen Anwendungen nicht erwünscht ist. Wer Tombola-Stil zieht, will die konstante Chance. Wer einmal-Gewinner-Auslosungen macht, will die abnehmenden Chancen ohne Mehrfach-Treffer.

Gibt es Mischformen?

Ja, durchaus. Eine typische Mischform ist die mehrstufige Verlosung. Du ziehst zuerst einen Hauptgewinner aus dem ganzen Topf, nimmst diesen aus, ziehst dann zehn Trostpreise aus dem reduzierten Topf. Das ist effektiv ohne Wiederholung, aber in zwei getrennten Schritten. Oder du machst eine Verlosung, bei der manche Lose mehr wert sind als andere, dann ziehst du erst die hochwertigen, dann die kleineren. Der Namens Picker kann beides, du musst nur die Liste entsprechend vorbereiten oder mehrere Ziehungen hintereinander machen.

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Quellen

Worauf dieser Ratgeber sich stützt

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Verantwortlich: Mateusz Viola
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